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Wales - ein paar Eckdaten

Wales aus dem All

Wales ist mit rund 21.000 Quadratkilometer etwa so groß wie Hessen, besitzt aber nur halb so viele Einwohner (rund drei Millionen). Das Land misst nur etwa 100 Kilometer in Ost-West- und 270 Kilometer in Nord-Süd-Richtung.
Die Küstenlinie bringt es dafür auf über 1200 Kilometer und ist seit Mai 2012 als "Wales Coast Path" erwanderbar. Das Land ist sehr hügelig und wenn man der Aussage einer Werbebroschüre der walisischen Regierung glauben darf, wäre Wales flach ausgebreitet etwa so groß wie Frankreich. Die Hauptstadt Cardiff ist mit 340.000 Einwohnern auch die größte Stadt. Circa 1,8 Mio. Menschen leben im industriell geprägten Süden mit den Städten Cardiff, Swansea und Newport.

Verwaltung

Der rote Drache von Wales

Nahezu zeitgleich mit Schottland entschieden sich die Waliser in einem Referendum für mehr Eigenverwaltung und in der Tat ähnelt die politische Führung des Landes sehr der in Schottland. Im House of Commons ist Wales mit 40 (von 650) Abgeordneten vertreten. Das höchste Amt - und damit gewissermaßen das Staatsoberhaupt - ist das "Secretary of State for Wales", das Cheryl Gillan seit 2010 innehat.
Das Land selbst ist seit dem 1. April 1996 in 22 so genannte Unitary Authorities aufgeteilt - vergleichbar den Bezirken innerhalb der deutschen Bundesländer. Im täglichen Leben spielen die sechs früheren Counties Gwent, Glamorgan, Dyfed, Powys, Gwynedd und Clwyd aber noch immer eine wichtige Rolle und manchmal wird sogar noch weiter in Landschaftsregionen aufgeteilt wie zum Beispiel Pembrokeshire oder Môn (Angelsey).

Sprache

Llanfair PG Railstation Sign (Bild: Raphael Frey)

Walisisch ist eine von nur noch sechs lebenden keltischen Sprachen (daneben gibt es noch Irisch, schottisches Gälisch, Bretonisch, Kornisch und Manx). Mehr als 20% der Bevölkerung sprechen noch Walisisch - oder Cymraeg, wie es auf Walisisch heißt (zum Vergleich: In Schottland sprechen nur noch etwa 1,2% der Menschen Gälisch). Im dünn besiedelten Norden von Wales sind es fast zwei Drittel, im Süden mit Cardiff, Newport und Swansea deutlich weniger.
Auf uns Deutsche wirkt das geschriebene walisische Wort wegen seiner scheinbar zu vielen Konsonanten und zu wenigen Vokale unaussprechlich.
Bestes und bekanntestes Beispiel dafür ist der längste Ortsnamen Europas:
Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.
Doch wenn man bedenkt, dass das w im Walisischen meist als u und das y als i oder ö ausgeprochen wird, ist es auf einmal gar nicht mehr so schwer: lan-weir-puhl-gwin-gihl-go-ger-ö-chwirn-drobuhl-lan-tösilio-gogo-goch. » Hier kann man sich das Ganze nochmal anhören. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich ein bisschen in die Sprache zu vertiefen, dem empfehle ich Britta Schulze-Thulins Buch "Walisisch Wort für Wort" (Kauderwelsch Band 153, Reise Know-How-Verlag)

Whisky (früher)

Welsh Whisky hat - was das Mittelalter angeht - eine ähnliche Tradition und Geschichte wie irischer und schottischer Whisky: Mönche waren die ersten, die die Destillation betrieben. Und eine greifbare schriftliche Dokumentation gab es ebenfalls nicht. Dafür ist belegt, wann das letzte Mal Whisky hergestellt wurde.
1889 erwarb Edward Charles Nicholls Land bei Frongoch (nahe Bala) mit dem Ziel, eine Destillerie namens "Welsh Whiskey Distillery Co. Ltd" zu errichten. 1900 verkaufte er die Destillerie an William Owen, dem das White Lion Hotel in Bala gehörte, für 5000 Pfund. Die Brennerei produzierte den "Royal Welsh Whisky", wobei man in der Frage, ob "Whisky" oder "Whiskey" nie zu einem Konsens kam. Zehn Jahre später ging die Firma in Konkurs. Die Destillerie diente später im Ersten Weltkrieg als Lager für deutsche Kriegsgefangene.
1974 gründete Dafydd Gittins aus Brecon "The Welsh Whisky Company" und vermarktete Whisky, den er aus Schottland bezog als "Original Welsh Whisky". Das rief später die Scotch Whisky Association auf den Plan, die die fehlerhafte Herkunftsbezeichnung monierte. Gittins bestellte daraufhin eine still und anderes Gerät, um Whisky selbst herzustellen und benannte die Firma in "Welsh Distillers" um. Leider ging dabei seinem Geldbeutel die Luft aus und die Firma in Konkurs. Die Käufer der Konkursmasse wanderten einem Artikel der Western Mail zufolge hinter schwedische Gardinen, nachdem sie zu "Steuersparzwecken" eine "kreative" Buchführung betrieben hatten.

Dw i'n dysgu Cymraeg

Der rote Drache

Urlauber, die wenigstens ein paar Brocken Walisisch beherrschen, können bei den stolzen Walisern punkten. Deshalb hier ein paar Begriffe, die helfen können (Aussprache in eckigen Klammern):
Shw mae [schu mei] Hallo
Hwyl [huil] Tschüss
Bore da [bore da] Guten Morgen
Nos da [nos da] Gute Nacht
Prynhawn da [prönhaun da] Guten Tag (genauer: Guten Nachmittag)
Croeso [kreuso] Willkommen (aber auch Bitte sehr und Keine Ursache)
Esgusodwch fi [edgisoduch wi] Entschuldigung
Diolch [djolch] Danke
und natürlich das wichtigste Wort für Whiskygenießer:
Iechyd da [jechid da] Prost
(entnommen dem Reiseführer "Wales" von Britta Schulze-Thelin, erschienen im Reise Know-How Verlag, Bielefeld)
Übrigens heißt der Satz in der Überschrift übersetzt "Ich lerne Walisisch"

Ein Land für Gourmets und Gourmands (Frühstück)

In lockerer Folge gebe ich hier ein paar Tipps zum Genießen in Wales. Denkt man an Essen in Wales, fällt einem wahrscheinlich sofort die heute nicht sehr angesehene Englische Küche ein. Vergessen Sie jedoch alles, was Gerüchte und Klischees verbreiten – die walisische Küche ist exzellent.
Fangen wir an dieser Stelle gleich mit dem Frühstück an. Als Gast in einem B&B können Sie wählen zwischen dem Continental Breakfast – dem Frühstück für Magersüchtige – und dem Full Traditional oder Full Cooked Breakfast. Letzteres beinhaltet normalerweise Frühstücksspeck, Spiegeleier, Würstchen, Pilze, Tomaten, gebackene Bohnen und hash brown – je nach Koch sind das Rösti-Ecken oder wie Bratkartoffeln behandelte Kartoffelwürfel. Danach kann man den Tag angehen und hat erst am Abend wieder Hunger – wichtig für alle, die nicht nur sightseeing aus dem Auto heraus betreiben.
Ein „Full Welsh Breakfast“ ist übrigens etwas ganz anderes und für Germans sehr gewöhnungsbedürftig: Gekochter Seetang, der kleingehackt oder püriert serviert wird und dann dem Blubb-Spinat ähnelt. Dazu gibt es in der Pfanne gebratene Puffer aus Seegras und Hafermehl und manchmal auch noch Herzmuscheln – wie gesagt, nicht jedermanns Sache.
Übrigens war die Englische Küche im 19. Jahrhundert hoch angesehen und die Franzosen schwärmten von der „Cuisine Anglaise“.

Whisky (heute)

Penderyns Whiskies

» Penderyn steht für Whisky in Wales - kein Wunder, ist die Destillerie doch die einzige in dem Land. Gegründet wurde die Welsh Whisky Company im Jahre 2000 und am 14. September des gleichen Jahres floss der erste spirit aus der sehr ungewöhnlichen Brennanlage, die von Dr. David Faraday entwickelt wurde: Auf einer 2500 Liter fassenden Pot Still ist eine Kolonne mit sieben Böden montiert. Danach folgt eine weitere Kolonne mit 18 Böden (deutschen Brennern dürfte die Konstruktion nicht ganz so ungewöhnlich erscheinen). Ein Destillationsvorgang dauert bis zu zehn Stunden, das Ergebnis sind etwa 200 Liter spirit. Die Brennerei stellt nicht nur Whisky, sondern auch den "Brecon Gin" und den "Five Vodka", sowie einen Cream Liqueur namens "Merlyn" her.
Vier Whiskies sind derzeit erhältlich: Ein Single Malt mit Madeira Finish, ein Single Malt aus dem Sherryfass, außerdem noch Single Cask Single Malts, die zu besonderen, meist sehr Wales-bezogenen Anlässen abgefüllt werden und ein "Peated" Single Malt zu dem es eine schöne Geschcihte gibt:
Bei Penderyn entschied man sich ganz bewusst gegen die Herstellung von getorftem Whisky, da man nicht die Schotten kopieren wollte. Also verzichtete man auf getorftes Malz. Doch wie kam der Torf nun in den Penderyn? In einigen Fässern, die man aus Schottland bezogen hatte, reifte vorher Islay-Whisky, obwohl man sich hatte zusichern lassen, dass das genau nicht der Fall sein sollte. Und so reifte der Penderyn munter drauf los und sog die torfigen Aromen aus dem Holz.
Seit 2004 ist Gillian MacDonald für die Produktion verantwortlich.

Ein Land für Gourmets und Gourmands (Käse)

Y Fenni Cheese (Foto: Dave Crosby)

Man mag es kaum glauben: Wales ist ein Land des Käses. Sogar das „Great British Cheese Festival“ findet seit 2008 in Cardiff statt und dort kann man – kein Witz! – Käse in Masterclasses probieren.
Der Y Fenni Cheese – benannt nach der walisischen Bezeichnung der Stadt Abergavenny ist ein mit Senkörnern und Ale verfeinerter Cheddar Cheese. Als Red Dragon ist er bekannt, wenn er in rotem Wachs (à la Bonbel) daher kommt.
Der Cheshire Cheese kommt ursprünglich aus dem gleichnamigen englischen County, wird aber auch in den benachbarten walisischen Counties Denbighshire und Flintshire hergestellt. Es ist ein krümeliger Hartkäse, am besten mit diversen Bergkäsen zu vergleichen.
Tintern Cheese ist ein Halbweicher Käse mit Schnittlauch und Schalotten. Seinen Namen hat er von dem kleinen Ort am Wye, wo Mönche ihn angeblich schon im Mittelalter hergestellt haben sollen.
Ur-Walisisch ist der Caerphilly Cheese aus der gleichnamigen Stadt nördlich von Cardiff, ein sehr heller, meist weißer Käse von krümeliger Konsistenz, der sehr mild ist.
Copyright an dem Foto bei Dave Crosby (Wikipedia) unter Creative Commons Licence.

Burgen und Schlösser

Caernarfon Castle (Foto: Steven Haslington)

Wales nennt nicht weniger als » 500 Castles sein eigen, wobei der Begriff sowohl für Burgen als auch Schlösser steht (zum Vergleich: Das etwa gleich große Hessen bringt es laut » Wikipedia auf über 700).
Was die Burgen in Wales so besonders macht, ist ihre Vielfalt. Wales war schon in der Steinzeit besiedelt – noch heute zeugen Portaldolmen, Ganggräber und Steinkreise (die Steine für Stonehenge kamen aus dem walisischen Pembrokeshire) davon. Die Kelten waren dann die ersten, die Forts wie zum Beispiel » Tre’r Ceiri aus grob herausgeschlagenen Steinen errichteten. Danach folgten die Römer, Angelsachsen, Wikinger, Normannen und schließlich Engländer. Und jeder Besatzer brachte seine Kenntnisse in Sachen Burgenbau mit. Somit ist Wales heute gewissermaßen ein Burgenmuseum in dem man eine Reise durch die Zeit machen und eine Vielzahl von Baustilen erkunden kann.
Copyright an dem Foto bei » Steve Haslington unter Creative Commons Licence.

Jones und Evans

Tom Jones (Foto: Mykal Burns!)

Hört man die Nachnamen Jones oder Evans im Zusammenhang mit Wales wird man im ersten Moment nichts Auffälliges daran finden. Immerhin ist Wales ein Teil des Vereinigten Königreiches, es wird in der Hauptsache Englisch gesprochen und Jones und Evans sind nun mal englische Nachnamen.
Eine Weile darüber nachgedacht, stellt man sich bald die Frage, warum Walisisch so kompliziert wirkt, dagegen so „profan“ die Namen.
Und in der Tat galt einst eine Namensgebung, wie sie heute noch in Island angewandt wird und jedermann noch von Skandinavien und Norddeutschland geläufig ist: Das Kind erhält als Nachnamen den Namen des Vaters plus angehängtem „Sohn“ oder „Tochter“ (Lars Gustafsson = Lars, Sohn des Gustaf, Hanna Gustafdottir = Hanna, Tochter des Gustaf).
In Wales stand ein „ap“ – von map = Sohn – zwischen Vornamen und Name des Vaters. Rhys ap Dafydd ist also Rhys, der Sohn von David. Töchter erhielten ein verch oder ferch – von merch = Tochter. Doch warum verschwanden diese Namen?
Des Rätsels Lösung steckt im Act of Union von 1535 (nicht zu verwechseln mit den Acts of Union von 1707 und 1800, mit denen Schottland bzw. Irland dem englischen Königreich einverleibt wurden). Dieser Act of Union, der eigentlich Laws in Wales Act heißt, betraf nun Wales, wobei das Ergebnis das Gleiche war wie bei den später folgenden:
Wales wurde dem englischen Reich angegliedert und in 13 Grafschaften unterteilt. Es erhielt das gleiche Rechtssystem und Englisch wurde Amtssprache. Dem damaligen König Heinrich VIII, (der mit den sechs Frauen) ging es letztlich um die Entmachtung der walisischen Markgrafen.
Künftig konnte nur der ein öffentliches Amt übernehmen, der des Englischen mächtig war (was Waliser meistens ausschloss). Dennoch wurde der Laws in Wales Act damals von vielen Walisern zunächst begrüßt, gestand er ihnen doch auf den ersten Blick die gleichen Rechte zu wie den im Land lebenden Engländern und/oder Königstreuen.
Erst später stellten sie fest, dass der Preis für dieses Recht ihre walisische Identität war. Walisisch wurde zur geächteten Sprache und Gleiches galt auch für Namen. So wurde ap Hywel zu Powell, ap Rhys zu Price, ap Richard zu Prichard, ap John zu Jones, ap William zu Williams und ap Evan zu Evans – und klang nach bestem Englisch.
Zudem dürften viele Waliser im 16. Jahrhundert Jones und Evans als Nachnamen gewählt haben, weil diese so urenglisch klangen. Trifft man heute einen Jones oder Evans, so ist die Chance, dass er Walisische Wurzeln besitzt, sehr groß.
Einige bekannte Jones mit walisischen Wurzeln: Carwyn Jones (First Minister von Wales) und Ieuan Wyn Jones (sein Stellvertreter). Tom Jones (der Tiger), Catherine Zeta-Jones (Schauspielerin und Ehefrau von Michael Douglas), Terry Jones (Monthy Python), Thomas Jones (Maler und Zeitgenosse seines ungleich berühmteren Kollegen William Turner)
Einige Links zum Thema:
» BBC-Artikel über walisische Nachnamen I
» BBC-Artikel über walisische Nachnamen II
Der » Laws in Wales Act
Copyright an dem Foto bei Mykal Burns! (Wikipedia) unter Creative Commons Licence.

Ein Land für Gourmets und Gourmands (aus dem Meer)

In Conwy, an der Walisischen Nordküste, soll es die besten Muscheln der Welt geben. Wer es nicht glaubt, der gönnt sich einen Abend im Castle Hotel von Conwy.
Dort kann man auch aus einem der exzellenten Fischgerichte auswählen. Aus dem Meer kommen Schalentiere, Hering, Makrele und Seehecht.
Die Flüsse halten Lachs und Saibling, Aal und Stint bereit. Geschützt ist dagegen der Gwyniad, eine bedrohte Weißfischart, den es nur im See von Bala gibt.
Anglesey – oder Ynys Môn, wie die Waliser sie nennen - die Insel im Nordwesten von Wales, ist weltweit berühmt für ihr Salz. Wer jemals dorthin kommt, sollte sich reichlich mit Sea Salt eindecken – günstiger bekommt man es nirgendwo mehr.